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Persönlichkeits-DNA
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Was sind die Big Five?

Die Big Five sind fünf breite Persönlichkeitsmerkmale: Extraversion, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit, emotionale Stabilität (das Gegenstück zu Neurotizismus) und Offenheit für Erfahrungen. Sie wurden nicht aus einer Theorie abgeleitet, sondern aus der Alltagssprache: Wörter, mit denen Menschen einander beschreiben, ordnen sich immer wieder zu denselben fünf Gruppen.

Stand: 3 Quellen

Woher die fünf kommen

Die Grundidee heißt lexikalischer Ansatz: Was an Menschen wichtig ist, steckt in der Sprache. Lewis Goldberg legte 1990 mehrere Studien vor, die das prüften. In der ersten wertete er 1.431 englische Eigenschaftswörter aus, die er in 75 Gruppen zusammengefasst hatte. In zehn Wiederholungen mit jeweils einem anderen Rechenverfahren ergab sich praktisch dieselbe Fünf-Faktoren-Struktur [1].

Eine zweite Studie arbeitete mit 479 gebräuchlichen Wörtern in 133 Bedeutungsgruppen. Dieselbe Struktur zeigte sich in zwei Stichproben mit Selbstbeschreibungen und in zwei Stichproben mit Beschreibungen durch andere. Ein sechster Faktor ließ sich über die Stichproben hinweg nicht bestätigen [1]. Goldberg beschrieb zwei Jahre später, wie sich Markierungsmaße für diese Struktur entwickeln lassen [2].

Die fünf Merkmale im Überblick

Jedes Merkmal ist ein Sammelname für eine ganze Gruppe zusammenhängender Eigenschaften. Die Beispiele in der Tabelle sind unsere Erläuterung für den Arbeitsalltag, keine Zahlen aus den Studien. Das Kurzprofil dieser Seite fragt fünf Bereiche ab, die sich an diese fünf Merkmale anlehnen.

MerkmalWorum es gehtBeispiel im Arbeitsalltag
ExtraversionGeselligkeit, Tatkraft, AuftretenErgreife ich das Wort, gehe ich auf Neue zu?
VerträglichkeitRücksicht, Entgegenkommen, VertrauenSuche ich zuerst den Ausgleich oder die Klarstellung?
GewissenhaftigkeitOrdnung, Sorgfalt, ZielstrebigkeitPlane ich voraus und bringe ich Dinge zu Ende?
Emotionale StabilitätGelassenheit gegenüber Sorgen, Ärger und DruckBleibe ich ruhig, wenn es hektisch wird?
Offenheit für ErfahrungenNeugier, Vorstellungskraft, Interesse an NeuemProbiere ich neue Wege aus oder bleibe ich bei Bewährtem?

Breit heißt: darunter liegen Facetten

Fünf Merkmale sind eine grobe Karte. Die Forschung unterteilt jedes Merkmal in engere Teile, die Facetten. Christopher Soto und Oliver John stellten 2017 ein Messinstrument vor, das 15 Facetten unter den fünf Merkmalen führt. Sie begründen das damit, dass es mehr Bandbreite und Genauigkeit bietet als die reine Fünfer-Auswertung [3]. Mehr dazu steht im Artikel zur Facette.

Stufen statt Schubladen

Die Big Five sagen nicht „du bist der Typ X“. Jedes Merkmal ist eine Linie von wenig bis viel, und fast jeder Mensch liegt irgendwo dazwischen. Deshalb zeigen unsere Ergebnisse Bänder und keine Etiketten.

Was die Forschung nicht sagt

  • Hoch oder niedrig ist keine Wertung. Jede Ausprägung hat Stärken und Kosten, je nach Aufgabe.
  • Die Big Five beschreiben Neigungen im Verhalten, die jemand von sich angibt. Sie messen keine Fähigkeiten, keine Interessen und keine Werte.
  • Fünf ist das Ergebnis eines bestimmten Vorgehens, nicht ein Naturgesetz. Andere Modelle kommen auf sechs Merkmale (siehe Artikel zum HEXACO-Modell).
  • Goldbergs Studien von 1990 arbeiten mit englischen Eigenschaftswörtern. Der Abstract sagt nichts darüber, wie weit sich das auf andere Sprachen übertragen lässt.

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Quellen

  1. Goldberg, L. R. (1990). An alternative "description of personality": The Big-Five factor structure. Journal of Personality and Social Psychology, 59(6), 1216–1229. doi:10.1037/0022-3514.59.6.1216 · gelesen: Abstract, 27.10.2026
  2. Goldberg, L. R. (1992). The development of markers for the Big-Five factor structure. Psychological Assessment, 4(1), 26–42. doi:10.1037/1040-3590.4.1.26 · gelesen: Titel und Metadaten (Crossref), 27.10.2026; Abstract nicht erreichbar
  3. Soto, C. J. & John, O. P. (2017). The next Big Five Inventory (BFI-2): Developing and assessing a hierarchical model with 15 facets to enhance bandwidth, fidelity, and predictive power. Journal of Personality and Social Psychology, 113(1), 117–143. doi:10.1037/pspp0000096 · gelesen: Abstract, 27.10.2026

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