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Persönlichkeits-DNA
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Warum zählt bei uns die Antwortzeit mit?

Weil sehr schnelles oder gleichförmiges Antworten ein bekanntes Zeichen für unachtsames Ausfüllen ist. Liegt bei uns der Median deiner Antwortzeiten unter 1,2 Sekunden je Aussage, weisen wir dich darauf hin. Das ist ein freundlicher Hinweis, kein Vorwurf.

Stand: 2 Quellen

Was die Forschung über unachtsames Antworten weiß

Fachleute nennen es „careless“ oder „insufficient effort responding“: Menschen klicken durch, ohne die Aussagen zu lesen. Meade und Craig prüften in zwei Studien mehrere Wege, solche Antworten zu erkennen: besondere Kontrollfragen, Konsistenzmaße, Ausreißer-Analysen, die Antwortzeit und eine Selbstauskunft zur Sorgfalt. Sie fanden zwei Muster, zufälliges und nicht zufälliges Antworten, für die verschiedene Maße nötig sind. Und sie fanden, dass etwa 10 bis 12 Prozent von Studierenden, die einen langen Fragebogen für Studienpunkte ausfüllten, als unachtsam auffielen [1].

Dieser Wert stammt aus einer Pflichtumfrage und lässt sich nicht auf freiwillige Tests wie unseren übertragen.

Die Antwortzeit als Maß

Curran gibt einen Überblick über die Verfahren. Zur Antwortzeit schreibt er: Dahinter steht die Annahme, dass es eine Mindestzeit gibt, die man zum gültigen Ausfüllen braucht. Antwortzeit gehört zu den Maßen, die sich am schwersten austricksen lassen, weil Unachtsame meist möglichst schnell fertig sein wollen. Als Schwelle schlägt er die von Huang u. a. (2012) vorgeschlagenen 2 Sekunden je Aussage vor, räumt aber ein, dass sie vorsichtig gewählt ist und dass auf manchen Fragebögen auch sorgfältige Antwortende so schnell sein können [2].

Curran nennt auch eine Grenze: Man prüft bisher nur, ob jemand zu schnell war. Zu langsame Antworten waren bis dahin nicht untersucht [2]. Ebenfalls wichtig ist seine Empfehlung, Antwortzeit und Gleichförmigkeit (lange Folgen gleicher Antworten) als Mindestprüfung zu verwenden [2].

Was wir daraus machen

Im Kurzprofil prüfen wir drei Dinge: ob zwölf oder mehr gleiche Antworten hintereinander kamen oder die Antworten kaum streuen, ob der Median der Antwortzeit unter 1,2 Sekunden je Aussage liegt und ob mehr als ein Fünftel der Aussagen offenblieb. Dann erscheint ein gelber Hinweis; es gibt nie ein rotes Urteil.

Der Wert 1,2 Sekunden und die Zwölferfolge sind unsere eigenen Festlegungen aus dem Konzept, nicht Zahlen aus der Literatur. Unsere Zeitschwelle liegt niedriger als die 2 Sekunden, die Curran erwähnt, schlägt also erst bei sehr schnellem Antworten an. Wir haben sie noch nicht an eigenen Daten geprüft; das ist für den Pilot vorgesehen.

Was die Forschung nicht sagt

  • Schnelles Antworten ist nicht dasselbe wie unehrliches oder falsches Antworten. Wer die Aussagen kennt oder spontan entscheidet, kann zügig und trotzdem ehrlich sein.
  • Der Hinweis ist kein Urteil über dich und verändert dein Ergebnis nicht. Er sagt nur, dass das Ergebnis dann weniger aussagekräftig sein kann.
  • Persönlichkeitstests leisten hier wenig: Sie können nicht erkennen, ob jemand sich selbst richtig einschätzt, nur ob das Antwortmuster auffällig ist.
  • Die Zahlen von Meade und Craig stammen aus Umfragen mit Studierenden. Aus ihnen lässt sich keine Quote für unsere Besucher ableiten.

Selbst ausprobieren

Quellen

  1. Meade, A. W. & Craig, S. B. (2012). Identifying careless responses in survey data. Psychological Methods, 17(3), 437–455. doi:10.1037/a0028085 · gelesen: Abstract, 27.10.2026
  2. Curran, P. G. (2016). Methods for the detection of carelessly invalid responses in survey data. Journal of Experimental Social Psychology, 66, 4–19. doi:10.1016/j.jesp.2015.07.006 · gelesen: Volltext (Preprint-Endfassung des Autors, Abschnitte Antwortzeit und Gleichförmigkeit), 27.10.2026

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