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Lernt jeder Mensch in seinem eigenen Lernstil am besten?

Dass Unterricht besser wirkt, wenn er zum bevorzugten Lernstil passt, ist nach der Prüfung von Pashler und Kollegen (2008) nicht belegt. Menschen haben Vorlieben und einzelne Begabungen, aber die dafür nötigen Studien fanden sie kaum.

Stand: 1 Quellen

Was die Annahme behauptet

Die Annahme lautet: Menschen lernen am besten, wenn die Darbietung zu ihrem bevorzugten Stil passt, etwa eher bildlich oder eher sprachlich. Fragebögen zum Lernstil sind in Schulen und in der Lehrerbildung weit verbreitet [1].

Welche Studie die Annahme tragen würde

Pashler und Kollegen argumentieren: Um den Nutzen zu belegen, müssten Studien Lernende nach Stil einteilen, sie zufällig verschiedenen Lehrmethoden zuweisen und zeigen, dass die beste Methode je nach Stil verschieden ist. Erst diese Wechselwirkung stützt die Annahme [1].

FrageBefund nach Pashler et al. (2008)
Haben Menschen Vorlieben und einzelne Begabungen?Ja, dafür gibt es reichlich Belege
Gibt es Studien mit der nötigen Wechselwirkung (Stil × Methode)?Fast keine
Rechtfertigt die Studienlage, Stilfragebögen im Unterricht einzusetzen?Nein, keine ausreichende Belegbasis
Sind alle Stilmodelle geprüft?Nein, viele wurden nie getestet

Was daraus folgt

Die Autoren sehen keine ausreichende Belegbasis, Stilfragebögen in die allgemeine Lehrpraxis einzubauen [1]. Das heißt nicht, dass Vorlieben bedeutungslos sind. Es heißt nur, dass sich der Nutzen einer zum Stil passenden Methode nicht belegen lässt.

Für unseren Kurzprofil-Test bedeutet das: Wir geben dir kein Lernstil-Etikett und leiten aus dem Profil keine Lernmethode ab.

Was die Forschung nicht sagt

  • Der Befund heißt „nicht belegt“, nicht „widerlegt“: Es fehlen gut gebaute Studien, und viele Stilmodelle wurden nie geprüft.
  • Er betrifft den Nutzen, den Unterricht an den Stil anzupassen. Er sagt nicht, dass Menschen gleich gut lernen oder keine Vorlieben haben.
  • Wir haben für diesen Artikel nur eine Quelle geprüft, und nur ihre Zusammenfassung. Zahlen oder Einzelstudien daraus nennen wir deshalb nicht.

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Quellen

  1. Pashler, H., McDaniel, M., Rohrer, D. & Bjork, R. (2008). Learning styles: Concepts and evidence. Psychological Science in the Public Interest, 9(3), 105–119. doi:10.1111/j.1539-6053.2009.01038.x · gelesen: Abstract (Crossref-Eintrag), 27.10.2026; Volltext nicht gelesen

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