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Persönlichkeits-DNA
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Studie

Leben gewissenhafte Menschen gesünder?

Kurz gesagtIm Mittel ja, wenn auch nicht stark. Gewissenhaftere Menschen leben etwas länger (r = 0,11) und verhalten sich gesünder. Zusammen hängen die Big Five mäßig mit der Gesundheit zusammen, am deutlichsten mit der seelischen.

  • Stand
  • Quellen4
  • Lesezeit2 Min.

Gewissenhaftigkeit und Lebensdauer

Kern und Friedman fassten 2008 20 unabhängige Stichproben zusammen. Höhere Gewissenhaftigkeit hing mit einem längeren Leben zusammen: r = 0,11, mit einem 95-Prozent-Vertrauensbereich von 0,05 bis 0,17. Am stärksten war der Zusammenhang für die Facetten Leistungsstreben (beharrlich, fleißig) und Ordnung (organisiert, diszipliniert) [1].

KORRELATION (R)Untere Grenze des Vertrauens0,05Schätzung0,11Obere Grenze des Vertrauensb0,17
Grafik zu „Gewissenhaftigkeit und Lebensdauer“. Alles im Wortlaut steht in der Tabelle darunter.
Gewissenhaftigkeit und LebensdauerKorrelation (r)
Untere Grenze des Vertrauensbereichs0,05
Schätzung0,11
Obere Grenze des Vertrauensbereichs0,17

Der Weg über das Verhalten

Bogg und Roberts werteten 2004 194 Studien zu den Verhaltensweisen aus, die in den USA am meisten zu vorzeitigen Todesfällen beitragen: Rauchen, Ernährung und Bewegung, übermäßiges Trinken, Gewalt, riskantes Sexualverhalten, riskantes Fahren, Suizid und Drogen. Gewissenhaftigkeit hing mit allen riskanten Verhaltensweisen negativ und mit allen günstigen positiv zusammen [2].

Alle fünf Merkmale zusammen

Strickhouser, Zell und Krizan fassten 2017 36 Meta-Analysen mit zusammen über 500.000 Personen in einer Metasynthese zusammen. Gemeinsam hingen die Big Five mäßig mit der Gesundheit insgesamt zusammen (multiples R = 0,35). Stärker waren die Zusammenhänge mit seelischer als mit körperlicher Gesundheit oder Gesundheitsverhalten, und stärker bei Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit und Neurotizismus als bei Extraversion und Offenheit [3].

Wie bedeutsam solche Zusammenhänge sind, prüften Roberts und Kollegen 2007 an Längsschnittstudien: Die Effekte der Persönlichkeit auf Sterblichkeit, Scheidung und beruflichen Status waren nicht von denen des sozialen Hintergrunds und der geistigen Fähigkeiten zu unterscheiden [4].

Was die Forschung nicht sagt

  • Ein r von 0,11 ist klein. Für eine einzelne Person lässt sich daraus keine Lebenserwartung ableiten.
  • Die Zahlen r = 0,11 und R = 0,35 messen Verschiedenes (ein Merkmal und Lebensdauer, fünf Merkmale und Gesundheit insgesamt) und lassen sich nicht direkt vergleichen.
  • Zusammenhänge mit seelischer Gesundheit fielen laut Strickhouser und Kollegen größer aus, wenn Persönlichkeit und Gesundheit von derselben Person angegeben wurden [3].
  • Dieser Artikel ist keine Gesundheitsberatung. Das Kurzprofil misst keine Gesundheit.

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Quellen

  1. Kern, M. L. & Friedman, H. S. (2008). Do conscientious individuals live longer? A quantitative review. Health Psychology, 27(5), 505–512. doi:10.1037/0278-6133.27.5.505 · gelesen: Abstract, 27.10.2026
  2. Bogg, T. & Roberts, B. W. (2004). Conscientiousness and health-related behaviors: A meta-analysis of the leading behavioral contributors to mortality. Psychological Bulletin, 130(6), 887–919. doi:10.1037/0033-2909.130.6.887 · gelesen: Abstract, 27.10.2026
  3. Strickhouser, J. E., Zell, E. & Krizan, Z. (2017). Does personality predict health and well-being? A metasynthesis. Health Psychology, 36(8), 797–810. doi:10.1037/hea0000475 · gelesen: Abstract, 27.10.2026
  4. Roberts, B. W., Kuncel, N. R., Shiner, R., Caspi, A. & Goldberg, L. R. (2007). The power of personality: The comparative validity of personality traits, socioeconomic status, and cognitive ability for predicting important life outcomes. Perspectives on Psychological Science, 2(4), 313–345. doi:10.1111/j.1745-6916.2007.00047.x · gelesen: Abstract, 27.10.2026

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