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Persönlichkeits-DNA
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Studie

Kennen andere meine Persönlich­keit besser als ich?

Kurz gesagtEs kommt auf das Merkmal an. Innere Zustände wie Ängstlichkeit kennt man selbst am besten. Bei Merkmalen, die stark bewertet werden, etwa Klugheit und Intellekt, urteilen gute Freunde treffender. Für Leistung im Beruf sagen Fremdurteile sogar mehr voraus als das eigene.

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  • Quellen2
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Das Modell: Wer weiß was?

Simine Vazire schlug 2010 ein Modell vor: Man selbst sollte Merkmale besser kennen, die von außen schwer zu sehen sind, andere dagegen Merkmale, bei denen viel Bewertung mitschwingt und man sich selbst schönt. Sie prüfte das mit 165 Personen, die sich selbst einschätzten und von vier Freunden und bis zu vier Fremden eingeschätzt wurden. Zum Vergleich dienten Verhaltenstests [1]:

NeurotizismusIntellektExtraversion
Grafik zu „Das Modell: Wer weiß was?“. Alles im Wortlaut steht in der Tabelle darunter.
MerkmalsbereichWer am treffendsten urteilte
Neurotizismus (Ängstlichkeit, Anspannung)man selbst
Intellekt (Klugheit, geistige Wendigkeit)die Freunde
Extraversion (Geselligkeit, Auftreten)alle gleich gut

Was Fremdurteile leisten

Connelly und Ones fassten 2010 drei Meta-Analysen mit 44.178 eingeschätzten Personen aus 263 Stichproben zusammen. Wer jemanden häufiger erlebt, urteilt treffender. Für einen deutlichen Sprung braucht es aber Nähe, nicht nur Kontakt. Nähe half vor allem bei schwer sichtbaren Merkmalen wie emotionaler Stabilität, kaum bei stark bewerteten wie Verträglichkeit [2].

Bemerkenswert für den Beruf: Bei Studienleistung und Berufsleistung sagten Fremdurteile deutlich mehr voraus als Selbsturteile und fügten ihnen etwas hinzu [2].

Was das für ein Testergebnis heißt

Das Kurzprofil und alle Fachtests dieser Seite beruhen auf Selbstauskunft. Sie zeigen, wie du dich siehst, und das ist für schwer sichtbare Seiten wie Anspannung die beste Quelle. Für Merkmale, die andere an dir erleben, lohnt es sich, das Ergebnis mit Menschen zu besprechen, die dich gut kennen.

Was die Forschung nicht sagt

  • Fremdurteile sind nicht „wahrer“. Beide Sichten haben eigene blinde Flecken, deshalb ergänzen sie sich.
  • Vazires Studie hatte 165 Teilnehmende; das Muster ist plausibel, aber an einer kleinen Stichprobe gezeigt.
  • Die Zahlen zur Vorhersagekraft stehen nicht im gelesenen Abstract von Connelly und Ones und sind hier nicht genannt.

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Quellen

  1. Vazire, S. (2010). Who knows what about a person? The self–other knowledge asymmetry (SOKA) model. Journal of Personality and Social Psychology, 98(2), 281–300. doi:10.1037/a0017908 · gelesen: Abstract, 27.10.2026
  2. Connelly, B. S. & Ones, D. S. (2010). An other perspective on personality: Meta-analytic integration of observers’ accuracy and predictive validity. Psychological Bulletin, 136(6), 1092–1122. doi:10.1037/a0021212 · gelesen: Abstract, 27.10.2026

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