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Persönlichkeits-DNA
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Welche Werte gibt es, und wie hängen sie zusammen?

Nach der Theorie von Shalom Schwartz bilden Werte einen Kreis: Benachbarte Werte vertragen sich, gegenüberliegende stehen in Spannung. Die ursprüngliche Theorie kennt zehn Grundwerte, die 2012 verfeinerte 19.

Stand: 5 Quellen

Von zehn zu 19 Werten

Schwartz legte 1992 eine Theorie von zehn Grundwerten vor, geprüft in 20 Ländern [1]. 2012 schlugen er und ein internationales Team eine verfeinerte Theorie vor. Sie ordnet 19 Werte auf einem Kreis nach ihren verträglichen und gegensätzlichen Motiven, nach Selbstschutz gegenüber Wachstum und nach persönlichem gegenüber sozialem Fokus. Geprüft wurde sie mit einem neuen Fragebogen in 15 Stichproben aus zehn Ländern (N = 6.059). Die Analysen bestätigten, dass sich die 19 Werte unterscheiden lassen [2].

Zwei Achsen

Aus dem Kreis ergeben sich zwei Achsen höherer Ordnung: Offenheit für Wandel gegenüber Bewahrung, und Selbststärkung gegenüber Selbstüberwindung. Einzelne Werte liegen dazwischen, Hedonismus etwa zwischen Offenheit für Wandel und Selbststärkung [3].

BereichWerte (Auswahl)Gegenpol
Offenheit für WandelSelbstbestimmung, StimulationBewahrung
BewahrungSicherheit, Konformität, TraditionOffenheit für Wandel
SelbststärkungLeistung, MachtSelbstüberwindung
SelbstüberwindungUniversalismus, WohlwollenSelbststärkung

Werte und Persönlichkeit

Werte sind nicht dasselbe wie Persönlichkeitsmerkmale. Parks-Leduc, Feldman und Bardi fassten 60 Studien zusammen und fanden Zusammenhänge, die zur Theorie passen, aber nicht groß sind. Offenheit für Erfahrungen hing mit Selbstbestimmung bei 0,52 zusammen (korrigiert), mit Stimulation bei 0,36 und mit Tradition bei −0,31. Verträglichkeit hing mit Wohlwollen bei 0,61 zusammen und mit Macht bei −0,42. Emotionale Stabilität hing mit keinem Wert bedeutsam zusammen [4].

Werte und Arbeit

Ros, Schwartz und Surkiss leiten aus den Grundwerten vier Arten von Arbeitswerten ab: intrinsisch, extrinsisch, sozial und Prestige. In einer israelischen Stichprobe (N = 999) hingen sie mit dem zugehörigen Bereich des Kreises nur mäßig zusammen (0,23 bis 0,29) und mit dem Gegenpol negativ (−0,23 bis −0,32) [5]. Die Richtung ist belegt, die Stärke bescheiden.

Was die Forschung nicht sagt

  • Werte sind Prioritäten: Nicht ob dir ein Wert wichtig ist, sondern wie wichtig im Verhältnis zu den anderen, sagt etwas über dich. Deshalb werden Antworten üblicherweise um den persönlichen Mittelwert zentriert [3].
  • Persönlichkeitstests sagen über Werte wenig: Die Zusammenhänge zwischen beiden sind nur mäßig, und emotionale Stabilität hing mit keinem Wert bedeutsam zusammen [4].
  • Der Kreis ist ein Modell, und nicht jeder Wert wird gleich zuverlässig gemessen: Im Anhang von Schwartz u. a. (2012) liegt die Zuverlässigkeit (Cronbachs Alpha) bei Demut bei 0,49, bei Tradition bei 0,85 [2].
  • Das Originalkapitel von 1992 haben wir nicht lesen können, nur Titel und Angaben. Zahlen daraus nennen wir nicht.

Selbst ausprobieren

Quellen

  1. Schwartz, S. H. (1992). Universals in the content and structure of values: Theoretical advances and empirical tests in 20 countries. Advances in Experimental Social Psychology, 25, 1–65. doi:10.1016/S0065-2601(08)60281-6 · gelesen: Titel und Metadaten (Crossref), 27.10.2026; Volltext nicht erreichbar
  2. Schwartz, S. H., Cieciuch, J., Vecchione, M., Davidov, E., Fischer, R., Beierlein, C., Ramos, A., Verkasalo, M., Lönnqvist, J.-E., Demirutku, K., Dirilen-Gumus, O. & Konty, M. (2012). Refining the theory of basic individual values. Journal of Personality and Social Psychology, 103(4), 663–688. doi:10.1037/a0029393 · gelesen: Abstract, 27.10.2026; Volltext im Dossier werte.md geprüft
  3. Schwartz, S. H. (2012). An overview of the Schwartz theory of basic values. Online Readings in Psychology and Culture, 2(1). doi:10.9707/2307-0919.1116 · gelesen: Volltext (Prüfung im Dossier werte.md), 27.10.2026
  4. Parks-Leduc, L., Feldman, G. & Bardi, A. (2015). Personality traits and personal values: A meta-analysis. Personality and Social Psychology Review, 19(1), 3–29. doi:10.1177/1088868314538548 · gelesen: Volltext (Autorenmanuskript, Tab. 5–6; Prüfung im Dossier werte.md), 27.10.2026
  5. Ros, M., Schwartz, S. H. & Surkiss, S. (1999). Basic individual values, work values, and the meaning of work. Applied Psychology, 48(1), 49–71. doi:10.1111/j.1464-0597.1999.tb00048.x · gelesen: Volltext (Tab. 3, S. 60; Prüfung im Dossier werte.md), 27.10.2026

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