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Persönlichkeits-DNA
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Studie

Gibt es eine Unternehmer­persönlich­keit?

Kurz gesagtEin bisschen. Wer gründet, beschreibt sich im Mittel als gewissenhafter, offener und gelassener als Führungskräfte in Anstellung. Die einzelnen Unterschiede sind klein. Merkmale, die zu den Aufgaben eines Unternehmers passen, etwa Leistungsstreben und Selbstwirksamkeit, hängen deutlicher mit Gründung und Erfolg zusammen.

  • Stand
  • Quellen3
  • Lesezeit2 Min.

Unternehmer und Manager im Vergleich

Zhao und Seibert ordneten 2006 die Persönlichkeitsmaße vieler Studien den Big Five zu und verglichen Unternehmer mit Managern in Anstellung. Das Ergebnis [1]:

Jeder einzelne Unterschied war klein. Zusammengenommen ergaben die Merkmale einen mittleren Zusammenhang (R = 0,37). Bei fast allen Merkmalen schwankten die Ergebnisse zwischen den Studien stark [1].

GewissenhaftigkeitOffenheit fürErfahrungenNeurotizismusVerträglichkeitExtraversion
Grafik zu „Unternehmer und Manager im Vergleich“. Alles im Wortlaut steht in der Tabelle darunter.
MerkmalUnternehmer im Vergleich zu Managern
Gewissenhaftigkeithöher
Offenheit für Erfahrungenhöher
Neurotizismusniedriger
Verträglichkeitniedriger
Extraversionkein Unterschied

Passend zur Aufgabe zählt mehr

Rauch und Frese fragten 2007, ob Merkmale, die zu den Aufgaben beim Führen eines Unternehmens passen, mehr sagen als andere. Sie taten es deutlich, bei der Gründung und noch mehr beim Erfolg (korrigierte Korrelationen) [2]:

GRÜNDUNG (R)ERFOLG (R)Zur Aufgabe passende Merkmal0,2470,250Nicht zur Aufgabe passende M0,1240,028
Grafik zu „Passend zur Aufgabe zählt mehr“. Alles im Wortlaut steht in der Tabelle darunter.
MerkmalsgruppeGründung (r)Erfolg (r)
Zur Aufgabe passende Merkmale0,2470,250
Nicht zur Aufgabe passende Merkmale0,1240,028

Welche Merkmale das sind

Mit Gründung und Erfolg hingen bei Rauch und Frese bedeutsam zusammen: Leistungsstreben, allgemeine Selbstwirksamkeit, Innovationsfreude, Belastbarkeit, Streben nach Unabhängigkeit und proaktive Persönlichkeit. Die Zusammenhänge waren im Allgemeinen mittelgroß [2].

Zhao, Seibert und Lumpkin trennten 2010 die Absicht zu gründen vom späteren Erfolg. Vier der Big Five hingen mit beidem zusammen, Verträglichkeit mit keinem. Gemeinsam erklärten die Merkmale die Absicht (R = 0,36) etwas besser als den Erfolg (R = 0,31). Risikofreude hing mit der Absicht zusammen, nicht aber mit dem Erfolg [3].

Was die Forschung nicht sagt

  • Es gibt keinen Test, der aus der Persönlichkeit vorhersagt, ob eine Gründung gelingt. Die Zusammenhänge gelten für Gruppen, und Markt, Kapital und Glück spielen eine große Rolle.
  • Risikofreude macht laut Zhao, Seibert und Lumpkin eher gründungswillig als erfolgreich [3].
  • Die Studien vergleichen meist Menschen, die schon gegründet haben. Wer gescheitert und wieder angestellt ist, fehlt oft in den Daten.
  • Die starken Schwankungen zwischen den Studien zeigen, dass Branche, Land und Messweise viel ausmachen [1, 2].

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Quellen

  1. Zhao, H. & Seibert, S. E. (2006). The Big Five personality dimensions and entrepreneurial status: A meta-analytical review. Journal of Applied Psychology, 91(2), 259–271. doi:10.1037/0021-9010.91.2.259 · gelesen: Abstract, 27.10.2026
  2. Rauch, A. & Frese, M. (2007). Let’s put the person back into entrepreneurship research: A meta-analysis on the relationship between business owners’ personality traits, business creation, and success. European Journal of Work and Organizational Psychology, 16(4), 353–385. doi:10.1080/13594320701595438 · gelesen: Abstract, 27.10.2026
  3. Zhao, H., Seibert, S. E. & Lumpkin, G. T. (2010). The relationship of personality to entrepreneurial intentions and performance: A meta-analytic review. Journal of Management, 36(2), 381–404. doi:10.1177/0149206309335187 · gelesen: Abstract, 27.10.2026

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